H. Zwingli

103. Jahresbericht des Zwinglivereins über das Jahr 1999

Mitgliederversammlung

Die ordentliche Mitgliederversammlung fand unter der Leitung des Präsidenten Pfr. H. Stickelberger am 16. Juni 1999 in der Helferei Großmünster statt. Jahresbericht und Jahresrechnung 1998 sowie das Budget 2000 wurden ohne Wortmeldung aus dem Plenum einstimmig angenommen. Die Mitgliederbeiträge wurden unverändert belassen.

Die Versammlung nahm von den Rücktritten der Vorstandsmitglieder Dr. R. Diggelmann (Quästor), Prof. Dr. F. Büsser und Dr. H. Lieb Kenntnis. Der Präsident dankte den drei Mitgliedern für ihre langjährige Treue und für ihre hilfreiche Mitarbeit im Vorstand. Für die Jahre 1999-2003 wurden sämtliche sich erneut zur Verfügung stellenden Vorstandsmitglieder in globo wiedergewählt. Zum neuen Vorstandsmitglied und Quästor als Nachfolger von R. Diggelmann wählte die Versammlung Herrn Dr. Hans Rudolf Steiner, Rechtsanwalt in Zürich. Pfr. Dr. Hans Stickelberger wurde für weitere vier Jahre im Amt des Präsidenten bestätigt.

Im Anschluss an die Vereinsgeschäfte referierte Prof. Dr. Emidio Campi über: "Petrus Martyr Vermigli (1499-1562) - Europäische Wirkung eines italienischen Reformators".

Zwingli-Ausgabe (Exegetica)

Nach dem Unfalltod des bisherigen verdienstvollen Bearbeiters Max Lienhard hat eine Arbeitsgruppe über das weitere Vorgehen beraten. Obwohl die Edition erfreulich weit fortgeschritten ist, ist bis zum Erscheinen dieses umfangreichen und komplexen Werks noch viel zu leisten.

Die Edition soll nach den Intentionen von Max Lienhard realisiert werden. Zunächst sollen die Dateien anhand der vorgefundenen Nachträge ergänzt werden, eine Arbeit, die von Heinzpeter Stucki schon im Berichtsjahr teilweise erledigt worden ist. In einer zweiten Phase wird das Manuskript auf Stimmigkeit und Gleichförmigkeit geprüft werden, in der dritten Phase geht das Werk in den Satz.

Bullinger-Briefwechsel

Band 8 des Bullinger-Briefwechsels, der die Briefe des Jahres 1538 enthält, wurde für den Druck vorbereitet und erscheint demnächst. Vom Briefbestand des Jahres 1539 sind bisher rund drei Viertel bearbeitet. Die Zahl der elektronisch gespeicherten Briefe ist auf 5990 angestiegen; damit ist nun ungefähr die Hälfte des Gesamtbestandes erfasst.

Die Mitarbeiter der Briefwechseledition beteiligten sich am Internationalen Symposium zum 500. Geburtstag von Petrus Martyr Vermigli in Kappel und an der Ausstellung "Schola Tigurina", die vom Institut für schweizerische Reformationsgeschichte und von der Zentralbibliothek veranstaltet wurde. Außerdem veröffentlichten sie eine kleine Festschrift zum 65. Geburtstag des früheren lnstitutsleiters, Prof. A. Schindler.

Ausgewählte Schriften Heinrich Bullingers

Das bedeutende und umfangreiche Werk Heinrich Bullingers ist größtenteils immer noch nicht in einer neueren Ausgabe zu lesen und zu studieren. Unter redaktioneller Leitung von Detlef Roth wird nun in Zusammenarbeit mit Dr. Hans Ulrich Bächtold, Dr. phil. Ruth Jörg und Peter Opitz von Prof. E. Campi und Prof. P. Stotz eine sechsbändige Studienausgabe der wichtigsten Schriften Bullingers in Übersetzungen vorbereitet. Die einzelnen Bände werden folgende Texte enthalten: Bd. 1: De prophetae officio (1532), De testamento seu foedere dei unico et aeterno (1534), Bericht der Kranken (1535), De origine erroris circa coenam domini sacram et missam papisticam (2. überarb. Ausgabe 1539), Der alte Glaube (1539), Der christliche Ehestand (1540), Gegensatz und kurzer Begriff der evangelischen und päpstlichen Lehre (1551); Band II: De scripturae sanctae authoritate (1538); Bd. llI-V: Sermonum decades quinque (1552); Bd. VI: Schriften zum Tage (1527-1575).

Die Übersetzerinnen und Übersetzer stehen im wesentlichen fest und haben ihre Arbeit bereits begonnen. Im Januar 2000 soll ein Übersetzungseminar mit sämtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen stattfinden, in dem die Richtlinien für die Ausgabe besprochen und erste gemeinsame Erfahrungen gesammelt werden.

Zur Finanzierung des Projekts sollen etwa 40 Stiftungen und Organisationen angeschrieben werden. Gegenwärtig ist jedoch noch nicht absehbar, ob sämtliche erforderlichen finanziellen Mittel sichergestellt werden können.

Zwingliana

Die Produktion von Band XXVI der Zwingliana verlief reibungslos. Erstmals erhielten wir von der SAGW (Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften) über die SThG (Schweizerische Theologische Gesellschaft) einen Beitrag in der Höhe von Fr. 3000.- zugesprochen. Zwingliverein und Redaktion danken an dieser Stelle für diese Unterstützung.

In der Redaktion hat es einen Wechsel gegeben. Dr. Heinzpeter Stucki, der zusammen mit Prof. Alfred Schindler die Zwingliana seit 1992 betreut hatte, hat die Stelle des Universitätsarchivars angetreten und ist deshalb aus der Redaktion ausgeschieden. Für seinen großen Arbeitseinsatz spricht ihm der Zwingliverein seinen herzlichen Dank aus. Neben Prof. Alfred Schindler sind neu in der Redaktion: Prof. Emidio Campi, Dr. Hans Ulrich Bächtold und Dr. Peter Opitz, der die Aufgaben von Dr. Heinzpeter Stucki übernommen hat.

Kongressband

Der Bearbeiter, Dr. Martin Sallmann, hat die Beiträge des Jubiläumskongresses des Zwinglivereins (1997) druckfertig vorbereitet. Der Band wird in der Reihe "Zürcher Beiträge zur Reformationsgeschichte" (Verlag Lang, Bern) im Jahre 2000 erscheinen.

Mitgliederbestand

Am 31. Dezember 1999 zählte der Verein 314 Einzelmitglieder (1998: 311) und 48 Kollektivmitglieder (1998: 48).

Zürich, 12. Mai 2000

Der Präsident: Der Aktuar:
Pfr. Dr. Hans Stickelberger Dr. Matthias Senn


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