101. Jahresbericht des Zwinglivereins über das Jahr 1997
Mitgliederversammlung
Die ordentliche Mitgliederversammlung fand unter der Leitung des
Vorstandsmitgliedes Prof. Dr. A. Schindler (Ausland-Urlaub des Präsidenten)
am 11. Juni 1997 in der Helferei Großmünster statt. Jahresbericht,
Jahresrechnung und Budget 1998 wurden ohne Gegenstimme angenommen. Von einer
Erhöhung der Mitgliederbeiträge wurde abgesehen.
Im Anschluß an den geschäftlichen Teil referierte Prof. Dr.
Fritz Büsser über: Zürich - "Die Stadt auf dem Berg"; Bullingers
reformatorisches Vermächtnis an der Wende zum 21. Jahrhundert.
Die Arbeit an den Exegetica zum Neuen Testament (Dr. M. Lienhard) konnte
abgeschlossen werden. Das Alte Testament (Dr. M. Lienhard) ist in
fortgeschrittener Bearbeitung. Das Manuskript wird 1998 in die Druckerei gehen.
Die Bearbeitung des Briefjahrgangs 1537 wurde abgeschlossen; Band 7 der
Briefwechseledition ist im Druck. Inzwischen wurde die Arbeit an den
Briefen des Jahres
1538 in Angriff genommen. Die Gesamtzahl der in elektronischer Form
erfaßten Briefe ist auf rund 4'400 angestiegen. Zur
Jubiläumstagung des Zwinglivereins haben
alle drei Mitarbeiter Forschungsbeitr&aumL;ge aus dem Bereich der
Bullinger-Korrespondenz beigesteuert. Ein Nebenprodukt der Editionsarbeit
ist auch der Aufsatz von
R. Henrich über den Berner Katechismusstreit (Zwingliana 1997, S. 81-94).
Band XXIV (1997) konnte planmäßig fertiggestellt und auf den
Jubiläumskongreß hin ausgeliefert werden. Für den Band XXV
sind bereits so viele Beiträge eingetroffen, daß einige Autoren
auf das Jahr 1999 vertröstet werden mußten.
Im Berichtsjahr konnte ferner das stattliche Gesamtregister der
Zwingliana 1897-1996, erarbeitet von Dr. H. U. Bächtold,
erscheinen; es erschließt in verschiedenen Registern den Inhalt der
bisherigen Zwingliana auf mustergültige Weise und wird künftig
unverzichtbarer Begleiter jeder Arbeit im Gebiet der Reformationsgeschichte und
der Geschichte des Protestantismus sein.
Jubiläumsveranstaltungen
1997 konnte der Verein auf seine 100jährige Geschichte zurückblicken.
Bald nach seiner Gründung wurde die Herausgabe der Werke Zwinglis und
Bullingers und die Erforschung der schweizerischen Reformation zu seinem
Hauptzweck. Im Rückblick darf man sagen: Die damals gesteckten Ziele sind
weitgehend erreicht worden. Sie zeigen sich rein äußerlich in der
beinahe abgeschlossenen Ausgabe der Werke Zwinglis, in der noch wachsenden
Edition des Bullinger-Briefwechsels und in den zahllosen
wissenschaftlichen Beiträgen der Zeitschrift Zwingliana.
Höhepunkt des Vereinsjahres wurde eine wissenschaftliche Tagung zum Thema:
"Die
Zürcher Reformation - Ausstrahlungen und Rückwirkungen" in der
Helferei Großmünster. Besonders erfreulich war das große
internationale Echo, das die Ausschreibung der Tagung fand. Während
fünf Tagen tauschten ca. 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
ihre Forschungsergebnisse in Form von Referaten aus. Den Eröffnungsvortrag
hielt Prof. Dr. B. Moeller, Göttingen, über: "Der Zwingliverein
und die reformationsgeschichtliche Forschung". Im Rahmen der Tagung
wurde im Kreuzgang des Großmünsters ein ständiges
Reformationsmuseum eröffnet. Das Vorstandsmitglied Prof. Dr. R. Schnyder
stellte an einer gut besuchten Vernissage das von ihm verwirklichte Projekt
der Öffentlichkeit vor. Das Museum informiert über die Geschichte des
Großmünsterstifts und der Zürher Reformation. Damit konnte
vollendet werden, was vor 100 Jahren im Vordergrund der Vereinsgründung
stand.
Mit der Tagung und mit der Errichtung des Museums unternahm der
Zwingliverein den Versuch, aus seiner introvertierten Stellung
herauszutreten, um die Aktualität der Zürcher Reformation
einer breiteren Öffentlichkeit nahezubringen.
Forschungsstiftung Johann Caspar Lavater
In der 1997 gegründeten "Forschungsstiftung Johann Caspar Lavater"
vertraten die Vorstandsmitglieder Prof. Dr. A. Schindler und Pfr. Dr. H.
Stickelberger den Zwingliverein. Zweck der Stiftung ist die wissenschaftliche
Erforschung und die Herausgabe der Werke Lavaters.
Mitgliederbestand
Am 31. Dezember zählte der Verein 340 Einzelmitglieder (1996: 328) und
52 Kollektivmitglieder (1996: 52).
Zürich, den 6. April 1998
| Der Präsident: |
Der Aktuar: |
| Pfr. Dr. Hans Stickelberger |
Dr. Matthias Senn |
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