107. Jahresbericht des Zwinglivereins über das Jahr 2003

Mitgliederversammlung

Die ordentliche Mitgliederversammlung fand unter der Leitung des Präsidenten Pfr. H. Stickelberger am Mittwoch, den 25. Juni 2003, in der Helferei Grossmünster statt. Jahresbericht und Jahresrechnung 2002 sowie das Budget 2004 wurden ohne Wortmeldung aus dem Plenum einstimmig angenommen. Die Mitgliederbeiträge wurden unverändert belassen.

Im Berichtsjahr waren eine Gesamterneuerungswahl des Vorstands und die Bestätigungswahl des Präsidenten fällig. Da sich alle Vorstandsmitglieder für eine Wiederwahl zur Verfügung stellten, konnte eine globale Wahl vorgenommen werden. Der gesamte Vorstand wurde von der Mitgliederversammlung per acclamationem bestätigt. Hans Stickelberger erklärte sich bereit, nochmals das Amt des Präsidenten zu übernehmen, wobei er gleichzeitig den Rücktritt auf den Zeitpunkt nach den Bullinger-Feierlichkeiten, also im Herbst 2004, in Aussicht stellte. Mit diesem Vorbehalt wurde Hans Stickelberger einstimmig als Präsident wiedergewählt. Ebenso einstimmig wurde der Antrag auf Bestätigung der Treuhand & Organisations AG, Regensdorf, als Revisionsstelle des Zwinglivereins angenommen.

Der Präsident orientierte die Versammlung über die weit fortgeschrittene Planung des BullingerJubiläums 2004 und die laufenden Publikationsvorhaben:

Die nächste Jahresversammlung wird am 10. Juni 2004 in Verbindung mit der Vernissage der Bullinger-Ausstellung stattfinden.

Im Anschluss an die Vereinsgeschäfte sprach Dr. Urs Leu zum Thema „Heinrich Bullingers Privatbibliothek“.

Exegetische Schriften Huldrych Zwinglis (Z)

Die im Zwischenbericht von August 2002 geplanten Kontrolltätigkeiten können bis zum Ende der Anstellung des Bearbeiters Ende Mai 2004 weitgehend getätigt werden: Der Text wurde integral gelesen und bei auffälligen Schreibweisen mit Verdacht auf Transkriptionsfehler mit der Vorlage verglichen; die weit über 15000 Bibelstellen wurden korrigiert und die Verszahlen bei allen ff.-Angaben präzisiert; bei allen Stellennachweisen wurde Kohärenz hergestellt. Zudem wurde eine online-Präsentation des Projekts auf fünf miteinander vielfach querverlinkten Webseiten geschaffen, die von der Seite http://www.irg.uzh.ch/projekte/exegetica.html aus zugänglich ist.

Bullinger-Briefwechsel-Edition

Nur ein Jahr nach dem 9. Band ist auch Band 10 des Briefwechsels (Briefe des Jahres 1540) erschienen. Fertiggestellt wurde auch das Manuskript des ersten Ergänzungsbandes, der 26 Briefnachträge, Korrekturen und Ergänzungen sowie das Gesamtregister zu den ersten 10 Bänden enthält. Neben der Arbeit am Briefjahrgang 1541 wurde auch bereits mit der Bearbeitung von Briefen des Jahres 1542 begonnen.

Auf Ende Jahr verliess Hans Ulrich Bächtold das Bearbeiterteam. Für seine kompetente Mitarbeit während 20 Jahren sind wir ihm zu grossem Dank verpflichtet. Die Koordination des Teams hat Rainer Henrich übernommen; als neue Mitarbeiterin konnte Frau M. Theol. Alexandra Kess gewonnen werden.

Dankbar gedenken wir des am 26. August 2003 in Münsterlingen verstorbenen Pfarrers Sven Fischer, der in den letzten 26 Jahren in ehrenamtlicher Arbeit mehrere tausend der von Traugott Schiess handschriftlich transkribierten Briefe anfänglich noch mit der Schreibmaschine abgeschrieben und später auch elektronisch erfasst hat.

Heinrich Bullinger, Schriften

Bis auf etwa ein Viertel der Schrift ‚De scripturae sanctae authoritate‘, die den zweiten Band der ‚Schriften‘ füllen wird, liegen mittlerweile sämtliche Texte übersetzt vor. Die Korrekturarbeiten haben sich jedoch als derart aufwändig erwiesen, dass zum jetzigen Zeitpunkt erst Band 1 in Druck gehen und wie geplant auf dem Bullinger-Kongress im August dieses Jahres präsentiert werden kann. Dem Wortlaut nach druckfertig sind insgesamt etwa zwei weitere Bände, 20 der insgesamt 50 Predigten der Dekaden und die Fürträge und Gutachten von Band 6. Band 6 muss allerdings noch formal vereinheitlicht und konvertiert werden; ebenso stehen die Registereinträge noch aus.

Der Grund für die Verzögerung des ursprünglich geplanten Termins liegt in der nicht immer ganz befriedigenden Qualität der Übersetzungen, im aufwändigen Korrekturverfahren mit drei Durchläufen, das allerdings auch eine hohe Qualität garantiert, und in der zeitraubenden, aber grundlegenden Aufarbeitung der Texte durch Zitatnachweise und Erläuterungen.

Für die formale Vereinheitlichung konnte seit Juli 2003 Philipp Zimmermann zu 10 bis 20 % angestellt werden, für die Erstkorrekturen und Registereinträge seit Juli 2003 Frau cand. phil. Bettina Schaefer zu 20 % und seit September 2003 auch Frau lic. phil. Ofelia Schultze-Kraft zu 50 %. Für die Gesamtkoordination, die Einheitlichkeit der Textgestalt und die Kommentierung der Texte steht auch Detlef Roth weiterhin zur Verfügung. Es wird alles daran gesetzt, die Arbeiten an den ‚Schriften‘ schnellstmöglich voranzutreiben und im kommenden Herbst zum Abschluss zu bringen.

Heinrich Bullinger, «Tigurinerchronik»

Nachdem die Finanzierung der Bearbeiterstelle durch Zusagen von Seiten der Universität (IRG), von staatlichen und privaten Stiftungen sichergestellt werden konnte, entschied die Arbeitsgruppe des Zwinglivereins am 24. September 2003, dass Dr. phil. Hans Ulrich Bächtold die Arbeit an der „Tigurinerchronik“ am 1. Januar 2004 aufnehmen kann.

Zwingliana

Der Band XXX wurde Ende Jahr ausgeliefert. Für das Jahr 2003 hat die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften, vermittelt durch die Schweizerische Theologische Gesellschaft, der Zwingliana einen Druckkostenbeitrag von Fr. 3000.-- zugesprochen. Der Zwingliverein und die Redaktion bedanken sich an dieser Stelle für die sehr willkommene Unterstützung.

Zum Internationalen Kongress Heinrich Bullinger (25.8.2004 - 29.8.2004)

In enger Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Vorbereitungskomitee sind nun die Referate ausgewählt, 16 Hauptreferate, 17 angefragte Kurzreferate und 43 anlässlich des Calls for Papers angebotene Kurzreferate. Es werden 100-150 Teilnehmende erwartet, darunter zwei Gäste aus Ungarn und Rumänien.

Per Ende Februar 2004 sind Fr. 56‘000.-- der benötigten Fr. 97‘OOO.-- an Fremdmitteln eingegangen. Im März wurden ca. 10 neue Stiftungen zusätzlich angeschrieben und das Budget gestrafft durch Einsparung bei den Werbekosten und Kosten für Drucksachen, Organisation von Privatunterkünften für Nachwuchsforschende, Nachverhandlungen beim angefragten Hotel und den Raummieten sowie eine Erhöhung der Eigenmittel von Fr. 17‘000.-- auf Fr. 46‘700.--.

Die Plakate und Flugblätter als Werbeträger für den Kongress sind im Hause sehr gut aufgenommen worden. Auf Anfang des Sommersemesters 2004 sind mehr als 400 Institutionen mit Plakaten Flugblättern und Kopiervorlagen für Mitgliederversände bedient worden. Zusätzlich haben viele Referierende auf unsere Anfrage sich dazu bereit erklärt, mit den Plakaten und Flugblättern für den Kongress zu werben. Über das weitere Vorgehen in bezug auf die Mitwirkung am Kongress sowie die Organisation von Unterkunft und Reise sind sämtliche Referierende in Deutsch und Englisch informiert worden. Der Programmentwurf sowie das Rahmenprogramm des Kongresses liegen vor. Mitte Mai 2004 werden die definitiven Programme erstellt.

Mitgliederbestand

Am 31. Dezember 2003 zählte der Verein 296 Einzelmitglieder (2002: 297) und 42 Kollektivmitglieder (2002: 44).

Zürich, 28. April 2004

Der Präsident: Der Aktuar:
Pfr. Dr. Hans Stickelberger Dr. Matthias Senn


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