106. Jahresbericht des Zwinglivereins über das Jahr 2002
Mitgliederversammlung
Die ordentliche Mitgliederversammlung fand unter der Leitung des Präsidenten Pfr. H. Stickelberger am Mittwoch, den 12. Juni 2002, in der
Helferei Großmünster statt. Jahresbericht und Jahresrechnung 2001 sowie das Budget 2003 wurden ohne Wortmeldung aus dem Plenum einstimmig
angenommen. Die Mitgliederbeiträge wurden unverändert belassen.
Heinzpeter Stucki trat als Co-Redaktor der Zwingliana und gleichzeitig auch als Vorstandsmitglied zurück. Seine Verdienste vor allem in der
Redaktion der Zwingliana und als ehemaliger Mitarbeiter im Institut für Schweizerische Reformationsgeschichte wurden gewürdigt.
Neu in den Vorstand wählte die Versammlung Niklaus Peter, den Leiter des Theologischen Verlags Zürich. Damit ist der direkte Kontakt
zum Verlag, der unsere Zwingli- und Bullinger-Werke herausgibt, noch besser gewährleistet.
Die Versammlung wurde über die geplanten Aktivitäten, insbesondere den Fortgang der Arbeiten an der Studienausgabe der
Bullinger-Schriften und über die Vorbereitung zum Bullinger-Jubiläumsjahr 2004 (500. Geburtstag) mit einem international
beschickten Kongress und einer Ausstellung, informiert, ebenso über die Absicht des
Vorstandes, eine wissenschaftliche Edition von Heinrich Bullingers bisher nie gedruckter "Tigurinerchronik" in die Wege zu leiten.
Im Anschluss an die Vereinsgeschäfte sprach Martin Hirzel zum Thema: “Polemik um Lavater. Der Sendschreiben-Streit von 1775/76”
Nach einem auf integraler Korrektur des dritten Bandes beruhenden editorischen Zwischenbericht zum Stand des Typoskripts wurde
beschlossen, aus Gründen der Arbeitsökonomie für den weiteren Fortgang die kritischen Apparate nur selektiv durchzusehen.
Ein Probedruck zum ersten Band (CR 103) ist im Gange, ebenso wie die Redaktion der weiteren Bände, deren Text in TUSTEP
aufbereitet und inhaltlich validiert und korrigiert wird. Als neuer Bearbeiter der Exegetica konnte lic. theol. Daniel Bolliger gewonnen werden.
Band 9 (Briefe des Jahres 1539) ist erschienen. Die Briefe des Jahres 1540 wurden fertig bearbeitet; die Drucklegung von Band 10 ist im Gange. Außerdem
konnten 20 von rund 25 Briefen aus dem Zeitraum 1526-1540/41, die nicht näher datierbar sind oder erst nachträglich erfasst
wurden und deshalb in einem ersten Supplementband veröffentlicht werden sollen, bearbeitet werden. Von den knapp 150 Briefen des
Jahrgangs 1541 (Schwerpunkt: Regensburger Religionsgespräch) ist ebenfalls schon ein gutes Drittel bearbeitet. Die Anzahl elektronisch erfasster Briefe
ist inzwischen auf über 7500 angestiegen,
dies vor allem dank der unermüdlichen Arbeit von Pfr. Sven Fischer, der bereits im Vorjahr seinen 80. Geburtstag feiern konnte.
An einer kirchengeschichtlichen "Vierstädtesozietät" in Zürich sowie an einem Bullinger-Kolloquium im
schottischen St. Andrews wurde Bullingers Briefwechsel von lic. theol. Rainer Henrich unter verschiedenen Gesichtspunkten vorgestellt.
In der Zwischenzeit liegen rund viereinhalb Bände der sechsbändigen Ausgabe "Heinrich Bullinger:
Schriften" übersetzt vor. Sämtliche verbleibenden Texte sind in Bearbeitung und werden bis im Spätsommer 2003 in der
Redaktion eintreffen. Die Korrekturarbeiten konnten bisher erst für die Hälfte der vorliegenden Übersetzungen beendet
werden. Der erste Band liegt bis auf die Einleitungen druckreif vor und geht noch im März in einen Probesatz. Außerdem liegen zwölf
Predigten der Dekaden (Bände 3 bis 5) und zwölf Fürträge und Gutachten (Band 6) druckreif vor.
Eine wichtige Personalmutation betrifft die redaktionelle und wissenschaftliche Leitung der Ausgabe:
Dr. phil. Detlef Roth, der bisherige Leiter und Mitherausgeber, wird ab April 2003 aufgrund eines Rufs auf eine Juniorprofessur einen Teil seiner bisherigen
Aufgabenbereiche abgeben. Neu soll Frau lic. phil. Ofelia Schultze-Kraft angestellt werden. Sie wird für die verbleibenden Predigten der Dekaden
und "De scripturae sanctae authoritate" die Erstkorrekturen übernehmen sowie die Korrekturen von Prof. Dr. Peter Stotz einarbeiten, die Zitatnachweise
und die formale Einheitlichkeit überprüfen und die Registereinträge markieren. Die Gesamtkoordination, die Verantwortung für
eine einheitliche Textgestalt und die Kommentierung der Texte bleibt bei Detlef Roth.
Diese Personalmutation dürfte die Drucklegung der Ausgabe nicht verzögern, ja sogar eher etwas beschleunigen. Unser Ziel ist
nach wie vor, dass Heinrich Bullingers Schriften spätestens im Sommer 2004 gedruckt vorliegen.
Die vom Vorstand des Zwinglivereins am 12. Juni 2002 eingesetzte Arbeitsgruppe hat ein Konzept zur wissenschaftlichen Edition der "Tigurinerchronik"
erarbeitet. Hauptaufgabe bleibt die Beschaffung der Gelder für das mehrjährige Projekt; während der Schweizerische Nationalfonds
zur Förderung der wiss. Forschung vorläufig keine Unterstützung gewähren wollte, liegen von Seiten der Universität
(IRG) und von privaten Stiftungen Zusagen vor.
Der Band XXIX wurde Ende Jahr ausgeliefert. Auch für das Jahr 2002 hat die Schweizerische
Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften, vermittelt durch die Schweizerische Theologische
Gesellschaft der Zwingliana einen Druckkostenbeitrag von Fr. 3000.-- zugesprochen. Der
Zwingliverein und die Redaktion bedanken sich an dieser Stelle für die sehr willkommene Unterstützung.
Die Planung für das Bullinger-Jubiläum 2004 ist im Berichtsjahr in die operative Phase eingetreten.
Bis jetzt verlaufen die Arbeiten für den kommenden Kongress nach Plan, wie Erstellung des
Programmes, Call for Paper, Kontakte mit den Referierenden. Damit verbunden sind in
Zusammenarbeit mit dem Zwingliverein, den Zürcherischen und Aargauischen Landeskirchen,
Kulturinstitutionen der Stadt und des Kantons Zürich sowie des Kantons Aargau die Vorbereitungen
für eine Ausstellung unter der wissenschaftlichen Verantwortung des Instituts gut gediehen.
Mitgliederbestand
Am 31. Dezember 2002 zählte der Verein 297 Einzelmitglieder (2001: 309) und 44 Kollektivmitglieder (2001: 46).
Zürich, 28. April 2003
| Der Präsident: |
Der Aktuar: |
| Pfr. Dr. Hans Stickelberger |
Dr. Matthias Senn |
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