INTERNATIONALE TAGUNG ÜBER DIE ZÜRCHER REFORMATION EIN BERICHT
Unter dem Titel «Die Zürcher Reformation: Ausstrahlungen und Rückwirkungen» fand zu Beginn des Wintersemesters 1997/98 eine internationale wissenschaftliche Tagung statt. Veranstaltet wurde sie in Verbindung mit der Universität Zürich vom Zwingliverein, der an seinem hundertsten Gründungstag im Kreuzgang des Grossmünsters eine Dauerausstellung über Leben und Wirken des Zürcher Reformators Huldrych Zwingli eröffnen konnte.
Die neue Dauerausstellung zu Huldrych Zwingli im Kreuzgang des Grossmünsters
(Bild: Karl Hofer)
Als «Drehscheibe» zwischen dem Zwingliverein und der Universität diente das Institut für schweizerische Reformationsgeschichte an der Theologischen Fakultät, Kirchgasse 9 (Grossmünstergebäude). Dort werden auch wissenschaftliche Projekte durchgeführt, die der Zwingliverein gemeinsam mit dem Nationalfonds finanziert, zum Beispiel die Herausgabe der Briefe von Heinrich Bullinger, Zwinglis Nachfolger als Leiter der Zürcher Kirche nach 1531 (bis 1575).
Der Treffpunkt des Kongresses war allerdings nicht in erster Linie das durch den Semesterbetrieb belegte Grossmünstergebäude, sondern die Helferei nebenan, wo im grossen Raum, der neugotischen Grossmünster-«Kapelle», die grossen und in verschiedenen Räumen die kleineren Vortragsveranstaltungen stattfanden. Das Echo auf das erste Ausschreiben des Kongresses war so gross, dass die insgesamt circa siebzig Vorträge zeitlich stark eingeschränkt und in drei gleichzeitig tagenden Sektionen durchgeführt werden mussten.
Die Referenten und Referentinnen kamen zwar vorwiegend aus dem deutschen Sprachraum, aber auch Japan, die Vereinigten Staaten und Osteuropa waren vertreten, was dem Grund-Thema «Ausstrahlungen und Rückwirkungen» durchaus entsprach.
Eröffnet wurde die Tagung durch einen Rückblick auf hundert Jahre Zwingliverein, den einer der führenden deutschen Reformationshistoriker, Professor Bernd Moeller, Göttingen, dazu benutzte, die Rolle unserer zürcherischen Vereinigung innerhalb der Reformationsforschung zu würdigen. Am stärksten nach aussen wirkte die Eröffnung des sogenannten Zwinglimuseums im Kreuzgang des Grossmünstergebäudes, dessen Besichtigung seither an Werktagen möglich ist. Es ist eine mit modernsten Ausstellungsmethoden konzipierte Schau über die Geschichte des Christentums in Zürich mit einem Schwerpunkt bei der Reformation und beim Grossmünster und seinem Chorherrenstift, aus dem bekanntlich die heutige Universität herausgewachsen ist.
Die Zürcher Universität hat sich auch finanziell am Kongress beteiligt, und der Rektor überbrachte beim Eröffnungsapéro die Grüsse der Alma mater, als Theologe, wie man gleich merkte, bestens vertraut mit dem Thema der Tagung.
Alfred Schindler, Theologisches Seminar
Das Zwingli-Museum im Grossmünster ist von Montag bis Freitag von 9 bis 16.30 Uhr geöffnet.